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Das Feuerlöschwesen in der Gemeinde Blankenstein im Wandel der Zeiten

In früheren Zeiten waren über Verhütung von Feuersbrünsten und das Verhalten bei denselben , Feuerordnungen erschienen .
Nach der Feuerordnung der Gemeinde Blankenstein vom 25. Juli 1726 hatten zur Bekämpfung von Bränden folgende Gerätschaften bereit zu liegen :
2 Feuerhaken
3 lederne Eimer und
3 Wasserfässer mit Stangen .
Außerdem auf dem Hammer und der Mühle (heute ZPR Gelände u. ehem. Kontex)
je 1 Feuerhaken
2 Eimer und
2 Fässe mit Stangen.
Diese Zahlen bedeuteten jedoch nur das Mindestmaß . Bei einer im Jahre 1819 durchgeführte Zählung der Löschgeräte wurden
7 Handspritzen , 2 Haken , 2 Leitern und 17 Feuereimer gezählt .

Um diese Zeit setzten die Bestrebungen der reußischen Landesregierung ein , die Segnungen und die Vorteile einer Feuerversicherung ihren Bewohnern zum Verständnis zu bringen und schmackhaft zu bereiten .Am 31. März 1819 wurden alle Hausbesitzer aufgefordert , freiwillig der Magdeburger Brandversicherungsanstalt beizutreten . Die Blankensteiner verhielten sich ablehnend.
Die Gehöfe und Häuser seien alle durch Gärten und andere Zwischenräume getrennt , so dass man ihnen von allen Seiten bei kommen könne .Außerdem seien die Wohnhäuser zum größten Teil massiv gebaut , bis unter das Dach Fachwerk und mit Kalk berappt, die Schornsteine von Stein , die Backöfen in Mauern eingesetzt und ebenso wie die mit Brettern verschlagenen Scheunen in gehöriger Entfernung von Wohnhäusern . Des weiteren sei bei Gefahr genügend fließendes Wasser vorhanden . Nur der Hammer und die Kohlenmühle seien etwas feuergefährlich .
So lauteten die Gegenargumente der Blankensteiner zunächst .
Auf mehrfaches eindringliches Zureden entschlossen sich 1822 der Gutsherr und 3 weitere Hausbesitzer zum Beitritt .
Durch das Gesetz vom 24. August 1824 wurde allen Hausbesitzern der Beitritt zur Feuerversicherung zur Pflicht gemacht .Die gut gemeinde Absicht der Regierung wurde durch ungeschickte Maßregeln , bürokratische Barschheit tat das Übrige , den Landbewohnern sehr verdächtigt ; es kam zu Beschwerden , zu Unruhen und schließlich zu einem blutigen Zusammenstoß mit dem reußischen Militär , zur sogenannten "Schlacht von Harra" am 2.Oktober 1826 , als sich cie Bauern weigerten , die erhöhten Beiträge der Versicherung zu zahlen und mit Gewalt eine Pfändung verhindern wollten .
An diesem Zusammenstoß , der mehrere Personen aus den umliegenden Ortschaften das Leben kostete , waren auch die Blankensteiner beteiligt .
Das Geburtsjahr der Feuerwehr Blankenstein ist das Jahr 1884 .
Es wurde zunächst eine Pflichtfeuerwehr ins Leben gerufen . Diesen Ereignis ging die Gründung der Wiedes Papierfabrik Rosenthal 1883 voraus . Die Familie Wiede hatte das große Interesse daran , ihren neu geschaffenen Betrieb vor Feuer und sonstigen Gefahren zu schützen . Das beweist , der erste Kommandant der Blankensteiner Feuerwehr war Johannes Wiede , ein Sohn des Gründers der Papierfabrik .
Im Jahre 1904 wurde die Freiwillige Feuerwehr Blankenstein ins Leben gerufen . Darüber hinaus bestand weiterhin bis zum Jahre 1945 eine Pflichtfeuerwehr in 2 Aufgeboten .
Das 1. Aufgebot galt für alle männlichen Einwohner zwischen dem 18. und 40. Lebensjahr . Sie wurden feuerwehrtechnisch ausgebildet und hatten sich bei jedem Einsatz der Feuerwehr zur Verfügung zu stellen . Das 2. Aufgebot erfaßte alle Männer zwischen dem 41. und 50 Lebensjahr . Eine Freistellung gab es nur durch ärztliches Attest bescheinigter Krankheit . Ansonsten konnte man sich frei kaufen . Der Preis hierfür war ein Beitrag von 10,- DM jährlich . Ab dem Jahre 1945 gab es in Blankenstein keine Pflichtfeuerwehr mehr .
Zu der 1884 angeschafften abprotzbaren Handdruckspritze wurde 1904 eine zweite auf 4 Radfahrgestell , zum Preis von 1300,- DM angeschafft . Durch den sich ständig vollziehenden Weiterbau der Papierfabrik und den nun verstärkt einsetzenden Wohnungsbau , der sich auf Grund der geographischen Lage des Territoriums nur dem Hang in Richtung Absang entwickeln konnte, wurde es erforderlich , die Technik zu verbessern.Aus diesem Grunde wurde im Jahre 1913 die erste Benzin - Motorspritze erworben und in Dienst gestellt . Es handelte sich um eine auf einen Pferdewagen aufgebaute 400 l/min fördernde Motorspritze vom Typ Flader Breslau .  Der Kaufpreis wird mit 3000.- DM angegeben .
1906 wurde das erste Spritzenhaus auf dem Selbitzplatz gebaut .
Dieses wurde mehrmals um- und angebaut , bis es im Jahre 1935 noch einen Steigerturm erhielt .
Da der Ort Blankenstein sich in den Jahren nach dem ersten Weltkrieg immer mehr den Hang hinauf ausbreitete , konnte der Feuerschutz für die höher gelegenen Häuser , wie Zimmerei Strobel , Geißer Bau uns. nicht mehr gewährleistet werden . Es wurde nach Lösungen gesucht , z.B. eine stationäre Druckleitung bis zur Klempnerei Greßmann  , die mit Elektropumpe versorgt werden sollte , und einige mehr , die aber nicht in Anwendung kamen . Es wurde ein Angebot der Firma "Magirus" aus Ulm eingeholt , und man entschied sich für die Anschaffung einer 2. Motorspritze von der o.g. Firma . Es handelte sich um eine 800 l/min fördernde auf eine Einachslafette montierte durch einen 4 Zylindermotor angetriebene Motorspritze . Sie war auf Grund ihrer Leistungsfähigkeit der Stolz aller Blankensteiner Feuerwehrleute bis Mitte der fünfziger Jahre . Ein Nachteil stellte sich später heraus , nämlich , man war bei überörtlichen Einsätzen immer auf Vorspann angewiesen , was die Einsatzbereitschaft und die Schnelligkeit immer mehr in Frage stellte,
da das Gerät über das stattliche Gewicht von 35 Zentnern , also fast 2 Tonnen verfügte .
Im Laufe der 30er Jahre wurde 2 mal der Versuch gestartet, ein Zugfahrzeug anzuschaffen , was auch gelang . Dieses wurde aber zu Anfang des 2. Weltkrieges  , also 1939 wieder abgeschafft . Im Jahre 1954 wurde der Feuerwehr von Blankenstein vom Rat des Bezirkes Gera eine Limousine Fabrikat " Mercedes-Benz" Typ "Nürburg" , mit einen 8 Zylindermotor als Zugfahrzeug zugewiesen , dem 1957 ein LF-LKW-LF8-TS8-STA Typ "Garant" , 1971 ein LO 2000 LF8-TS8-STA und 1984 ein LO 2003 LF8 folgten.
Nun einiges zur Geschichte der Gerätehäuser in der Gemeinde Blankenstein.
Das Spritzenhaus , wie es zur damaligen Zeit genannt wurde ,stand , wie bereits erwähnt ,auf den Selbitzplatz .Infolge der nach dem 2. Weltkrieg in Deutschland , und besonders auf unseren Territorium entstandenen Lage , wurde das bisherige Spritzenhaus 1952 samt Steigerturm , Schlauchtrocknung und Leiterschuppen abgerissen, weil es sich auf dem 10 m Schutzstreifen , der längs der Grenze angelegt wurde,befand.Die Geräte und Ausrüstungen wurden notdürftig in einer Garage der ZPR (Zellstoff und Papierfabrik Rosenthal) untergestellt .An einen Ersatz als Gerätehaus dachte niemand. Erst , nachdem die Kameraden in einer Versammlung beschlossen, alle Verantwortung für den Brandschutz abzulegen und mit Streik drohten, bemühte man sich von Staatswegen für einen Ersatzbau .
Im ehemaligen Schloßgarten wurde 1953 ein Gerätehaus der damaligen Zeit entsprechend gebaut. Da aber bekanntlich die Zeit und auch die Technik nicht stehen bleibt, wurde dieses Haus zu klein und zu eng, es entsprach nicht mehr den Anforderungen .
So entschloß man sich zu einem Neubau . Die jetzigen Kameraden der Blankensteiner Feuerwehr , die Alten, wie die Jungen haben in vielen freiwilligen Stunden sich dieses Gerätehaus selbst geschaffen und mit allen Komfort eingerichtet Es ist mit Recht der Stolz aller. Es sollen an dieser Stelle noch einmal die Namen der Männer aufgeführt werden , die in der über 100jährigen Geschichte der Blankensteiner Feuerwehr die Verantwortung trugen .
Da ist , wie eingangs erwähnt, der erste Kommandant 1884 Johannes Wiede
1893 Otto Hirsch seinerzeit Direktor der Wiedes Papierfabrik
danach Heinrich Ullmann - Werkmeister des Betriebes
1923 Trennung in Freiwillige Feuerwehr Blankenstein und  Betriebsfeuerwehr der Wiedes Papierfabrik Rosenthal


1923 Ortsbrandmeister Karl Geißer
1938 Max Hoffmann
1943 Albin Stöcker
1949 Otto Hoffmann
1953 Kurt Völkel  
1975 Unglaub Lutz
2000 Ralf Nowack

Es bestehen also auf den Territorium der Gemeinde Blankenstein 2 selbständige  Freiwillige Feuerwehren .
Freiwillige Feuerwehr Blankenstein   --  Werkfeuerwehr ZP Rosenthal GmbH & Co.KG
Verfasser Ehrenmitglied Gottfried Drescher